Das war das erste Veedelstreffen für den Tag des guten Lebens 2017 in Deutz

Ach, war das schön!

Trotz aller Widrigkeiten, wie Schneeregen und Sperrungen aufgrund von Demonstrationen haben es gut 90 Nachbarn zum ersten von drei Veedelstreffen ins Bürgerzentrum Deutz geschafft. Wie schön, dass ihr alle da wart!

Im großen Saal des Deutzer Bürgerzentrums fanden sich an einem trüben Samstag etwa gut 90 Nachbarn aus Deutz ein. Neugierde liegt in der Luft. Was ist eigentlich dieser Tag des guten Lebens? Was hat es damit auf sich und was haben die Deutzer Anwohner damit zu tun?

Thomas Schmeckpeper, Projektleiter des Tag des guten Lebens 2017 erklärt einige grundlegende Dinge und plaudert ein wenig aus dem Nähkästchen: „Mensch Jung, dat is ja wie in den 50ern!“, zitiert er einen 80-jährigen Mann, den er am ersten Tag des guten Lebens 2013 in Ehrenfeld völlig verdutzt und zugleich hoch erfreut vor seiner Haustür antraf. Dieser ließ es sich nicht nehmen, dann erstmal in aller Ruhe und voller Freude die ganze Straße einfach mal zu fegen. Endlich (wieder) Platz! Einer von vielen Gründen worum es bei dem Tag des guten Lebens geht, ist es den Menschen wieder Raum in ihrer Stadt und auf der Straße zu geben. Für einen ganzen Tag werden also in einem bestimmten Gebiet Straßen für den motorisierten Verkehr gesperrt und den Bewohnern zur freien Gestaltung und Nutzung überlassen. Es gibt zwar sogenannte Spielregeln, aber grundsätzlich ist erstmal alles möglich!

Thomas gibt einen kurzen Rückblick auf die letzten Jahre, erklärt, wie der grobe Veranstaltungsablauf für den 18. Juni geplant ist und wer eigentlich hinter dem Team des Tag des guten Lebens steckt. Ein wichtiger Punkt: das Aktionsportal – ein virtueller Ort an dem jeder seine individuellen Ideen für den Tag des guten Lebens in Deutz vorschlagen, eintragen und anmelden kann. Auch eine Patenschaft für ein Parkverbotsschild gegen eine Spende von ca. 30 Euro wird angepriesen.

Und die ersten Fragen kommen auf. Wie sieht es zum Beispiel mit den Bewohnern aus, die nicht innerhalb des abgesperrten Gebietes, dem „kleinen Deutz“ wohnen? Können sich auch jene beteiligen und zum Beispiel Stände und Aktionen planen? „Alles kein Problem, besprecht euch untereinander, seid für einander offen und bleibt positiv! Die Vergangenheit hat gezeigt: Es lässt sich alles regeln! Think Big!“, antwortet Thomas begeistert.

Christoph Illigens (Deutz Dialog) übernimmt die Moderation und erklärt kurz was an diesem verregneten Samstag in Deutz so passieren kann. Geplant ist ein sogenanntes „World Café.“ In unterschiedlichen Räumen wurden Tische aufgestellt, an denen sich bis zu sechs Personen zusammenfinden sollen. An jedem Tisch wird ein Gastgeber die Gesprächsrunde führen, dieser bleibt über alle drei Runden am Platz und moderiert, während alle anderen nach jeder Frage den Raum und die Gruppe wechseln. Es gibt drei Fragen und somit auch drei Runden: Was bedeutet für mich ein gutes Leben? Wie kann man dieses gute Leben nach Deutz bringen? Was kann ich persönlich dafür tun, um dieses gute Leben nach Deutz zu bringen?

Anschließend wurden dann im sogenannten „Ideenmarktplatz“ konkrete Ideen gesammelt und diskutiert. Viele der Nachbarn wünschen sich, unabhängig von einem „Tag des guten Lebens“ mehr Begegnungsstätten und ungezwungene Treffpunkte für eine zweckfreie Begegnung. Tobias Kempf, Leiter des Bürgerzentrums Deutz reagiert prompt und merkt freundlich an, dass auch das Zentrum selbst zum Beispiel als konsumfreier Begegnungsraum genutzt werden kann – eine Tatsache die vielen bislang unbekannt war. Die Anwohner möchten sich in ihrem Veedel weniger anonym fühlen und würden sich über sogenannte 10-Sekunden-Freundschaften freuen. Auch Themen wie „Urban Gardening“ und „Essbare Stadt“ kommen auf. Genauso wie die Ermunterung zu mehr Zivilcourage und das Nutzen von bereits vorhandenen Angeboten wie „Deutz Dialog“ oder „nebenan.de“. Darüber hinaus wird von vielen mehr Freiheit für Fußgänger und weniger Lärm- und Schmutzbelastung durch Autos gefordert. Ein weiteres wichtiges Anliegen der Gesprächsrunde ist das Miteinbeziehen der Deutzer Flüchtlingsheime und deren BewohnerInnen.

Nach diesem inspirierenden Ideenaustausch spürt man eine gewisse Aufbruchsstimmung und auch Entschlossenheit. Die sich zuvor teils fremden Nachbarn rückten innerhalb weniger Stunden zu einer Gemeinschaft zusammen und haben nun gemeinsame Ziele. Wie schön wenn eine Idee, wie der Tag des guten Lebens zu so viel Nachhaltigkeit in einer selbstorganisierten Nachbarschaft anregt.

Mit diesen verheißungsvollen Vorsätzen schickt Christoph Illigens allen Teilnehmenden in das Wochenende und gibt noch einen seiner Gedanken mit auf den Weg. „Es gibt keine übergeordnete Organisation! Wir sind in Organisation!“

Vielen Dank für’s Kommen und Mitmachen!

Vorfreude auf Tag des guten Lebens in Deutz

Der nächste “Tag des guten Lebens” wird am 18. Juni 2017 in Köln-Deutz stattfinden. Die Planungen für den ersten Tag in der Innenstadt laufen.

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Der Termin steht fest: Am 18. Juni 2017 werden die Straßen zwischen Gotenring, Mindener und Siegburger Straße den Anwohnern sowie Vereinen, Künstlern, Bürgerinitiativen und Unternehmen, die sich für eine ökologisch-soziale Wende in der Stadt einsetzen, zur Verfügung stehen und können gemeinsam gestaltet werden.

Dafür wird die Agora Köln, wie schon in Ehrenfeld und Sülz, die Straßen in Zusammenarbeit mit der Stadt für den Autoverkehr sperren. Für angemeldete Aktionen werden zudem Parkplätze gesperrt und Ausweichplätze für Anwohner ausgewiesen.   

Gleichzeitig arbeitet die Agora Köln mit den zuständigen Behörden an einem Konzept für die Sperrung der Deutzer Brücke. “Die Zusammenarbeit läuft sehr konstruktiv – eine Brücke zu sperren ist kein einfaches Vorhaben, aber alle Beteiligten ziehen an einem Strang”, erläutert Thomas Schmeckpeper, der als Projektkoordinator die Fäden beim “Tag des guten Lebens” in der Hand hält.

Der Stadtteil freut sich bereits jetzt auf den Tag des guten Lebens: “Ich fände es toll, wenn sich an diesem Tag viele neue Kontakte und bestenfalls auch Freundschaften für ein friedliches und gemeinschaftliches Zusammenleben in Köln-Deutz entwickeln würden.” erklärt Daniel Wolf, Vorsitzender der IG Deutz. Auch der Bezirksbürgermeister Andreas Hupke begrüßt das Vorhaben: „Ich bin überzeugt davon, dass der Tag des guten Lebens in Deutz mit dazu beiträgt, ein neues Bewusstsein für den öffentlichen Raum zu wecken.“

An dem Tag findet traditionell auch die Kölner Fahrradsternfahrt statt. Die Veranstalter prüfen momentan, ob diese im Gebiet des “Tag des guten Lebens” enden kann. “Dies würde perfekt passen – Radfahren ist ein wichtiger Baustein für den Wandel in Köln, den die Agora Köln vorantreiben möchte“, erklärt Ralph Herbertz, vom VCD Köln und Mitglied im Steuerungskreis der Agora Köln.

Vor Ort bereiten sich die Nachbarn bereits auf den Tag des guten Lebens und die Zeit dahin vor. “Wir laden Kölner ein, das Viertel auch jetzt schon zu besuchen und kennenzulernen. Die Deutzer Anwohner sammeln bereits eifrig Ideen für eigene Aktionen!” sagt Olga Moldaver. Beim “Tägchen des guten Lebens” am 27. August hatten bereits 20 Aktionen in den Deutzer Straßen stattgefunden.

Die Agora Köln wird den Tag des guten Lebens in den nächsten Monaten intensiv mit den Anwohnern vor Ort vorbereiten. Einen Info-Stammtisch für potentielle Mitstreiter und Aktive gibt es am Dienstag, 15. November 2016 im Café des Bürgerzentrum Deutz geplant. Ein erstes Veedelstreffen wird Januar geplant.

Interessierte an einer Mitarbeit in Deutz können sich bei Olga Moldaver, deutz@agorakoeln.de melden – oder gerne direkt über http://www.tagdesgutenlebens.de/deutz/

Macht euch eure Utopie doch selbst!

Der “Tag des guten Lebens” pausiert in 2016 – als Agora Köln arbeiten wird trotzdem für den Wandel in Köln. Und begrüßen die zahlreichen Initiativen in der Stadt, die sich für mehr Freiraum und neue Mobilität in Köln einsetzen. Und freuen uns auf den ersten autofreien Sonntag im rechtsrheinischen Köln in 2017!

Dreimal hat die Agora Köln den “Tag des guten Lebens: Kölner Sonntag der Nachhaltigkeit” organisiert – und jeweils mehreren zehntausend Besuchern ermöglicht, Köln neu zu erleben. Ohne Autos, mit Freiraum für eigene Aktionen, mit mehr Ruhe und Muße, mit Zeit und Orten für den Austausch, mit mehr und sicherem Platz für Fuß- und Radverkehr.

2016 wird der Tag des guten Lebens eine “Atempause” einlegen. Denn anders als die autofreien Sonntage in anderen Städten, wie Hannover oder Paris, ist der Tag des guten Lebens nicht zentral von der Stadtverwaltung finanziert. Die Mittel müssen von uns als Verein beantragt und abgerechnet werden, hierbei gibt es Vorlaufzeiten und Risiken. Neben der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW als Hauptförderer sind wir hier auf die unzähligen Spender und Sponsoren aus den Stadtvierteln sowie die handfeste Unterstützung vieler Anwohner angewiesen. Nachdem die ersten drei Tage zeitlich knapp kalkuliert und geplant waren, wollen wir den nächsten Tag mit mehr Vorlauf und Ruhe angehen.

Die Pause beim Tag des guten Lebens hat noch einen anderen Vorteil: Wir haben mehr Zeit und Muße, uns um unsere politischen Anliegen zu kümmern. Denn der Tag des guten Lebens war immer nur Mittel zum Zweck: Er soll Veränderung in der Stadt anstoßen, eine Kultur des Wandels in den Stadtviertel fördern und die Wende zur klimagerechten Stadt einleiten. Das 10-Punkte-Konzept von RingFrei und das Radverkehrskonzept Innenstadt sind hier wichtige Schritte.

Den nächsten Tag des guten Lebens möchten wir, bei einer entsprechenden Förderzusage, als Agora Köln gemeinsam mit den bereits sehr engagierten Deutzer Vereinen und Organisationen 2017 angehen. Bereits für dieses Jahr plant das lokale Netzwerk „Deutz Dialog” als Vorbereitung ein „Tägchen des guten Lebens“ als Auftaktveranstaltung (am 27. August 2016) – um die Idee und Planungen im Viertel bekannt zu machen und Anwohner als Unterstützer zu mobilisieren.

Am 3. Juli 2016 werden Anwohner in Sülz zudem einen Tag der Nachbarschaft organisieren. Auf einer gesperrten Straße an der Kreuzung der Münstereifeler und der Sülzburgstraße sollen Anwohner Raum zum Austausch bekommen. Es gibt ein Mitbringbuffet, eine Kleiderstauschbörse, etc.

Die Mobilitätsgruppe der Agora Köln plant zudem eine Demonstration auf der gesperrten Zülpicher Straße. Ziel ist, hier dauerhaft eine autofreie, lebenswerte Zone zu schaffen und die Probleme in der Führung des Fuß- und Radverkehrs Richtung Zülpicher Platz endlich anzugehen.

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Wir freuen uns auf die oben genannten und viele andere Veranstaltungen, die für Wandel in der Stadt, mehr Freiraum, eine andere Mobilität und ein anderes Miteinander werben. Und natürlich auf einen tollen Tag des guten Lebens in Deutz – einem extrem lebendigen und spannenden Viertel. Einem Tag als Signal für eine andere, lebendige, menschengerechte, kreative und offene Stadt – egal auf welcher Seite des Flusses!

 

Kontakt:

Für Fragen zum “Tag des guten Lebens”:

Saskia Hintz, Agora Köln, Presse, presse@agorakoeln.de

Martin Herrndorf, Agora Köln, Finanzen, martin.herrndorf@agorakoeln.de

Für Fragen zum „Tag der Nachbarschaft”

Birgit Scherer, Deine Nachbarn aus Sülz, NachbarschaftSuelz@outlook.com

Für Fragen zu ‘Deutz Dialog’ und dem ‘Tägchen des guten Lebens’:

Olga Moldaver, Deutz Dialogtaegchen@deutz-dialog.de

 

Einladung zum Tag der Nachbarschaften in Sülz am 3. Juli 2016

Tag der Nachbarschaften Sülz 2016

 

Liebe NachbarInnen aus Sülz, liebe InteressentInnen,
Aufgrund der positiven Erfahrungen beim “Tag des guten Lebens“ am 31.5. 2015 organisieren Nachbarn und Nachbarinnen aus Sülz einen “Tag der Nachbarschaften: Infobörse für Sülz un drömeröm”. Der Tag soll am Sonntag, den 3.7. 2016 von 12 bis 18 Uhr am MüSü-Platz stattfinden, auf der Münstereifeler Straße zwischen Sülzburg- und Marsiliusstraße.
Als BewohnerInnen des Veedels laden wir euch ein: Wir wollen uns zusammenzusetzen, feiern und uns über Ideen und Möglichkeiten für unser Veedel austauschen.
Angedacht ist ein großes Mitbring-Buffet, begleitet durch Kultur und Musik aus dem Veedel. Vereine, Initiativen und Einzelne, die sich im Viertel für den sozialen und kulturellen Zusammenhalt engagieren, können sich und ihre Arbeit vorstellen.
Wenn Du Interesse hast, am 3.7. einen Stand zu organisieren, bitte melde dich einfach bei:
Birgit Scherer-Bouharroun, Tel. 0221 – 43 43 70 oder: nachbarschaftsuelz@outlook.com.

Wie ist der Tag organisiert?
Die Agora Köln hat im letzten Jahr den “Tag des guten Lebens” in Sülz organisiert und unterstützt uns auch dieses Jahr bei der Organisation. So müssen wir keine Sondernutzungsgebühren bei der Stadt entrichten und nicht als Privatpersonen als Veranstalter und somit Haftende auftreten. Der Trägerverein der Agora, der gemeinnützige Institut Cultura 21 e. V., wird als Veranstalter fungieren.
Der Tag der Nachbarschaften soll sich finanziell selbst tragen. Wir rechnen mit Kosten in Höhe von etwa 1500 Euro, hauptsächlich für die Absperrung und Werbung. Bei der Bezirksvertretung Lindenthal haben wir bereits einen Antrag auf finanzielle Unterstützung in Höhe von 700 € gestellt. Die restlichen Kosten möchten wir durch Spenden im Vorfeld überbetterplace.org und am Tag der Nachbarschaften decken.

Ihr wollt spenden? Das könnt ihr gerne über unser Projekt beibetterplace.org:
http://bit.ly/TagderNachbarschaften
Vielen Dank!

Interesse, am 3.7. einen Stand zu organisieren? Bittet meldet euch bei:

Birgit Scherer-Bouharroun: b.sb@hotmail.de.

Ein “Tag des guten Lebens” in Deutz ist machbar…

…und bietet die Chance, den Tag entscheidend weiter zu entwickeln. Hier haben wir die Ergebnisse unserer „Erkundungsaktivitäten“ zusammengefasst.

Ein Tag in Deutz? Zusammenfassung 

Der “Tag des guten Lebens: Kölner Sonntag der Nachhaltigkeit” ist ein autofreier Sonntag, der jedes Jahr in einem neuen Veedel Freiraum für vielfältige Aktionen bietet und für einen Wandel in Köln wirbt. Zweimal in Ehrenfeld und einmal in Sülz haben wir, die Agora Köln, als unabhängige Bürgerbewegung Freiraum auf den Straßen geschaffen, in dem AnwohnerInnen und Vereine hunderte Aktionen durchgeführt haben. Insgesamt 250.000 BesucherInnen waren zu Gast und haben den Freiraum auf der Straße und die Aktionen genossen – ob gemeinsames Frühstück, Infostände oder Kunstaktionen.

Für den nächsten Tag des guten Lebens suchen wir ein neues Viertel – und haben uns dafür den Stadtteil Deutz näher angesehen. Das Ergebnis? Es gibt starke Netzwerke im Viertel, für die Anwohner wichtige Themen wie anstehende Neubauten oder die Radverkehrsanbindung haben starke Bezüge zur unserer bisherigen Arbeit und die zentrale Lage mit Zugang zu Rheinufer und Brücken machen einen Tag des guten Lebens nicht nur möglich, sondern bieten gleichzeitig die Chance, den Tag entscheidend weiter zu entwickeln.

Ob ein Tag des guten Lebens in Deutz im Herbst 2016 oder im Frühjahr 2017 stattfinden kann, ist momentan vor allem eine finanzielle Frage.

Ansatz und Geschichte

Der Tag des guten Lebens ist ist ein autofreier Sonntag, bei dem wir als Veranstalter Straßen und Parkplätze sperren und damit Freiraum für Aktionen und Stände schaffen. Ein Team der Agora Köln bereitet den Tag gemeinsam mit vielen Akteuren aus dem Veedel vor. Neben den Honorarkräften im Kernteam beruht der Tag auf einem breiten ehrenamtlichen Engagement – vor Ort und quer durch Köln.

Der Tag soll dabei ein “Katalysator” und “Impulsgeber” sein, an dem über die Zukunft unserer Stadt und das Leben in ihr nachgedacht und neue Wege aufgezeigt und entwickelt werden. Er bietet allen, die unseren Wunsch nach einer nachhaltigeren Stadt teilen, eine Plattform, sich mit dem “guten Leben” (angelehnt an das Konzept des “buen vivir”) zu beschäftigen.

Die Agora Köln selbst ist dabei eine neuartige Allianz aus Umweltbewegung, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Kultur, die sich für die Transformation von Köln in Richtung Nachhaltigkeit einsetzt. Juristisch getragen wird sie vom Verein Institut Cultura21 e.V.

Warum Erkundungsaktivitäten in Deutz?

Der Tag des guten Lebens soll durch die Stadt wandern. Nach den Stationen Ehrenfeld (2013 und 2014) und Sülz (2015) haben wir verschiedene Gebiete in Köln geprüft. Wichtig war uns dabei, dass das Veedel möglichst vielfältig sein sollte, erste Netzwerke bestehen und dass der Tag logistisch machbar ist. Auch die symbolische Orten oder baukulturelle Themen, die bei einem Tag eine Rolle spielen können, haben wir berücksichtigt.

Von allen Stadtteilen hat Deutz dabei am besten abgeschnitten. Um dies zu überprüfen und Grundsteine für einen neuen Tag des guten Lebens in Deutz zu legen, haben wir im November und Dezember 2015 die folgenden Erkundungsaktivitäten durchgeführt:

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In einem Veedelsmapping haben wir uns einen Überblick verschafft und aktuell knapp 200 Kontakte von Vereinen, Organisationen, AnwohnerInnen und wichtigen AkteurInnen aus dem Viertel zusammengetragen. Diese Datenbank ist ein wichtiges Werkzeug für die weitere Arbeit, vor allem, um Anwohner und Vertreter von Vereinen über den Tag zu informieren und zu Aktionen aufzurufen.

Über das Kontaktformular für Deutzsammeln wird dabei weiter Kontakte – tragt euch gerne ein und leitet dies gerne an Interessierte weiter!

Im November und Dezember 2015 haben wir dann drei “Veedelsforen” durchgeführt, an denen insgesamt 50 Personen teilgenommen haben:

“Kunst & Kultur”, 29.11.2015 im M22, Mathildenstraße 22.
“Integration & Soziales”, 1.12.2015, Bürgerzentrum Deutz.
“Mobilität & Stadtplanung”, 4.12.2015 im Stadthaus Köln-Deutz.

Bei allen Foren haben wir über die Agora Köln und das Projekt Tag des guten Lebens informiert, wichtige Themen und Entwicklungen im Veedel gesammelt und abschließend mit den Teilnehmern  diskutiert, wie sich ein Tag in Deutz umsetzen lässt und welche Punkte hierbei beachtet werden sollten – inhaltlich und logistisch.

Um den logistischen Aufwand zu klären, haben wir uns mit der Verkehrssicherungsagentur Cine Block getroffen, die den Tag des guten Lebens auch in den letzten Jahren betreut hat. Dazu haben wir Kontakt mit dem Ordnungsamt sowie der Bezirksvertregung Innenstadt aufgenommen, in deren Zuständigkeit der Tag des guten Lebens als Veranstaltung fällt.

Ergebnisse der Erkundung

Die Netzwerke im Viertel

Deutz zeichnet sich durch starke Netzwerke aus, deren Aktive einen Tag des guten Lebens in ihrem Veedel befürworten und praktisch unterstützen würden. Auch die Ziele und Inhalte, die die Agora Köln mit dem Projekt Tag des guten Lebens vertritt, werden von ihnen geteilt. Aufbauend auf den bestehenden Vernetzungen kann ein Tag in Deutz sich intensiver den Themen widmen, die das Veedel und die Stadt bewegen. Als zentral gelegenes Viertel mit prominenten Orten von stadtweiter Relevanz bietet Deutz zudem die Chance, die Agora Köln als Bewegung sowie den Tag des guten Lebens als Veranstaltung mit inhaltlich-politischer, gesamtstädtischer Ausstrahlung und Gestaltungsanspruch zu positionieren.

Themen und Anliegen

Durch die Erkundungsaktivitäten in Deutz haben wir in Zusammenarbeit mit den Deutzer Akteuren Themen und Anliegen erarbeitet, die zu zentralen Schwerpunkten eines Tag des guten Lebens in Deutz werden könnten.

Kurzfassung ErkundungDeutz_ErgebnisseSchlussfolgerungen

Grafik 1: Themenlandkarte für Köln-Deutz: Wichtige Themenblöcke, Bezüge und Beispiele.

Überlegungen zum Gebiet

Für das zu sperrende Gebiet haben wir verschiedene Szenarien ausgearbeitet. Mit den (jeweils nicht gesperrten) Kanten Gotenring, Siegburger, Mindener Straße und der Deutzer Freiheit als zentraler Straße gibt es ein Gebiet, das klar umrissen, einfach zu verstehen und mit einem gut zu bewältigenden logistischen Aufwand absperrbar ist..

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, das gesperrte Gebiet auszuweiten:

Szenario 1: Ottoplatz

Im Szenario 1 würde hier der Ottoplatz und die Mindener Straße zwischen dem Kerngebiet und Deutzer Bahnhof gesperrt – der Ottoplatz wäre dann in seiner Gänze, und nicht nur direkt vor dem Bahnhof, als Platz erlebbar und nutzbar.

Szenario 2: Deutzer Brücke

Hierbei würde zusätzlich die Deutzer Brücke gesperrt – in eine oder beide Richtungen. Das autofreie Gebiet würde bis in die linksrheinische Innenstadt reichen, Besucher*innen könnten direkt aus der Altstadt autofrei zum Tag des guten Lebens gelangen.

Die Kosten für die Sperrung allein (Verkehrstechnik, Installation und Monteurs- und Absperrpersonal) reichen nach ersten, groben Schätzungen von 10.000 Euro für das kleine Kerngebiet bis hin zu 67.000 Euro für die “größte” Lösung mit beiden Seiten der Brücke.

Das Kerngebiet zu sperren wäre dabei die einfachste und preiswerteste Lösung. Aber nur die anspruchsvolleren Szenarien schaffen einen direkten Zugang zum Bahnhof bzw. zum Rheinufer. Dies ist nicht nur potentiell logistisch wichtig, sondern greift auch die wiederholt genannten Anliegen von Deutzer BürgerInnen bei den Veedelsforen auf:

Wie kann der Rhein von Deutz aus zugänglicher gemacht werden?

Wie kann man den Ottoplatz und die Umgebung (Stichwort Neubau LVR) gestalten und beleben?

Wie kann die die linksrheinische Innenstadt besser angebunden werden, gerade für Fuß- und Radverkehr?

Mit dem Ottoplatz und der Deutzer Brücke können daher zusätzliche Gebiete für den Tag des guten Lebens gesperrt werden, die wichtige Themen aus dem Viertel aufgreifen und einen deutlichen symbolischen Impuls setzen können, dass der Tag des guten Lebens nicht nur vor Ort im Veedel, sondern stadtweit seine Wirkung entfalten möchte. Dass Anwohner sich kennenlernen, ist nur der erste Schritt – in der Stadt soll sich etwas ändern!

Den Tag weiterentwickeln

In den ersten Jahren hat die Absperrung an sich viel an Aufmerksamkeit und Ressourcen gebunden. In Deutz sehen wir nach unserer Erkundung die große Chance dafür, sich beim nächsten Tag Inhalten und Aktionen noch stärker zu widmen:

Themen und Inhalte

Gemeinsam mit den gut vernetzten Anwohnern in Deutz wollen wir Themen und Inhalte in die Nachbarschaft tragen und mit Akteuren aus dem Veedel und anderen Stadtteilen gemeinsam erarbeiten.

Veedelsarbeit

Bei der Veedelsarbeit wollen wir vorhandene Akteure themenorientiert zusammenzubringen und das Veedel “zeigen”. Projekte aus Deutz Ort können jetzt schon Vorbild für andere Veedel sein (wie der Lebendige Adventskalender) – kann Deutz hier “Schule machen”?

Formate und Aktionen

Bei den Formaten und Aktionen am Tag des guten Lebens wollen wir den gestalterisch-inhaltlichen Anspruch der Agora Köln stärken – und nicht nur “Bühne bieten”, sondern diese auch verstärkt bespielen. Auch hier wollen wir insbesondere mit Akteuren aus dem Veedel zusammenarbeiten.

Offene Fragen und nächste Schritte

Zur Planung eines ‘Tag des guten Lebens’ in Deutz im Herbst 2016 oder Frühjahr 2017 stehen aus unserer Sicht die folgenden Schritte an:

    Politischer Beschluss

    Der bestehende politische Beschluss zu einem Tag des guten Lebens in der Kölner Innenstadt lässt Ort und Umfang noch offen. Hilfreich wäre ein zusätzlicher Beschluss, der Deutz als Gebiet bestätigt, die Sperrung von Deutzer Brücke sowie des Ottoplatzes für einen Tag möglich macht (vorbehaltlich der logistisch-finanziellen Machbarkeit) und sich zu den politischen Zielen der Agora Köln (Bürgerbeteiligung, Alternative Mobilität etc.) bekennt.

    Termin

    Ein Termin (Herbst 2016 oder Frühjahr 2017?) ist vom benötigten Vorlauf und der Finanzierungslage abhängig. Das genaue Wochenende hängt zudem von parallel geplanten Stadtfesten und anderen Veranstaltungen ab. Eine Entscheidung soll möglichst noch im Januar 2016 getroffen werden.

    Gebiet

    Das Gebiets wird nicht nur von den logistischen und finanziellen Rahmenbedingungen bestimmt, sondern insbesondere auch von der politischen Unterstützung durch Bezirksvertretung und Rat, ggf. stattfindenden Parallelveranstaltungen (Messe), den aus dem Viertel eingebrachten Themen sowie der Symbolwirkung und dem inhaltlichen/stadtplanerischen Bezug einer Sperrung des Ottoplatzes und der Brücke. Hierzu sollte im Frühjahr 2016 ein Treffen mit den entsprechenden städtischen Behörden stattfinden.

    Leitthemen

    Ausgehend von den Themen im Veedel und der inhaltlichen Arbeit der Agora Köln sollten wir wichtigen Themen für den Projektzeitraum festgelegen und daraus Ideen für die thematische Arbeit entwickeln.

    Informationsarbeit

    Für nächste öffentliche Schritte muss die Presse angesprochen, erste Treffen zur Vorbereitung einberufen und die organisatorische und inhaltliche Infrastruktur aufgebaut werden – alles im besten Fall bereits gemeinsam mit Akteuren aus dem Viertel.
     

    Mitmachen?

    Wenn ihr mitmachen wollt, hinterlasst am Besten eure Kontaktdaten unter www.tagdesgutenlebens.de/deutz – wir melden uns!

    Das “Team Tag des guten Lebens” wird beim nächsten Stammtisch von Deutz Dialog am 11. Februar 2015, 19:30 im Café des Bürgerzentrums, anwesend sein und gerne für alle Fragen zur Verfügung stehen.

     

     

    Zum Bericht:

    AutorInnen: Neele Behler, Martin Herrndorf, Saskia Hintz

    Mitarbeit (Recherche, Durchführung Veedelsforen, Aufbereitung Ergebnisse): Sonja Langner, Elise Scheibler

    Erstellung Logistikanalyse: Thomas Schmeckpeper & Cine Block Media GmbH

    Dank an:

    …die engagierten TeilnehmerInnen und GesprächspartnerInnen aus Deutz sowie die Aktiven der Agora Köln für die Unterstützung der “Veedelsforen”,

    …die StadtBauKultur NRW sowie die Bezirksvertretung Innenstadt für die gewährte Unterstützung,

    …das M22, das Bürgerzentrum Deutz sowie die Klimaschutzstelle der Stadt Köln für die Bereitstellung von Räumlichkeiten und die logistische Unterstützung.

    Impressum: Die Agora Köln wird juristisch getragen vom Institut Cultura 21 e.V., Berlin, Lichtenraderstr. 44, 12049 Berlin.

    Kontakt: Agora Köln / Team Tag des guten Lebens 2016, tagdesgutenlebens@agorakoeln.de

     

Tag des guten Lebens – 2016?

Paris, Brüssel, Köln? Im September gibt es weltweit autofreie Sonntage. Nach drei erfolgreichen autofreien Tagen des guten Lebens hat das Bündnis Agora Köln die Planungen für einen weiteren Tag im Herbst 2016 begonnen.
„Tag des guten Lebens – 2016?“ weiterlesen

Tag des guten Lebens 2015 – das Video!

Bunt und vielfältig ist der Tag des guten Lebens. Wie bunt und vielfältig, seht ihr hier im Video, mit Stimmen und Eindrücken vom Tag des guten Lebens 2015 in Köln-Sülz:

Lücke schließen? https://www.betterplace.org/p19514

Dank an alle Mitstreiter, Helfer, Aktive und Besucher! Ihr habt den Tag des guten Lebens möglich, bunt und lebendig gemacht.

Credits:

Redaktion: Saskia Hintz
Kamera, Schnitt, Grafik: Lukas Fabry
Zusätzliche Kamera: Samuel Simon

Musik:

Killa Dub, Rebreaked by Daan & kleinski (Originalversion von Adamski & Seal)
The Morningsong, produced by Triplet Tricks & kleinski
Crimsonblue
Lukas Fabry

Copyright AGORA KÖLN / Institut Cultura 21 e.V.
www.agorakoeln.de

Mit freundlicher Unterstützung des KoKreises Ehrenfeld der Agora Köln.

So war der Tag 2015!

Bunt und vielfältig ist der Tag des guten Lebens. Wie bunt und vielfältig, seht ihr hier im Video, mit Stimmen und Eindrücken vom Tag des guten Lebens 2015 in Köln-Sülz:

Lücke schließen? https://www.betterplace.org/p19514

Dank an alle Mitstreiter, Helfer, Aktive und Besucher! Ihr habt den Tag des guten Lebens möglich, bunt und lebendig gemacht.

Wie war der Tag 2015?

11391710_833933516699966_3417002404393015004_nWie war der Tag? Insgesamt bunt und vielfältig, individuell für jeden Menschen anders.

Deswegen wollen wir wollen Deine Meinung – und bitten Dich, die kurze Umfrage unten auszufüllen!

Danke. Du hilfst uns, und allen, die in Zukunft nochmal einen Tag organisieren oder an einem teilnehmen werden. Damit der Tag des guten Lebens noch besser funktioniert.

 

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Umfrage

Die folgenden Angaben werden anonym ausgewertet:

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Wohnst du im Sülzer Gebiet vom Tag des guten Lebens 2015?
JaNein

War der 31. Mai 2015 ein guter Tag für Dich?
JaTeilweiseNein

Warum / warum nicht?

Was verstehst Du unter dem Namen "Tag des guten Lebens"?

Hast Du an Nachbarschaftstreffen im Schiller-Gymnasium oder an unseren Infostammtischen teilgenommen?
OftMehrfachEinmalNie

Findest Du, dass die Bürger sich mehr einbringen sollten, um die Stadt für die Zukunft lebenswerter zu gestalten?
JaNein

Hast du die Infostände auf der Sülzburgstraße / Berrenrather / Weyerthal genutzt, um dich über nachhaltige Vereine und Organisationen zu informieren?
Ja, sehr ausführlichJa, ein bisschenEher am RandNein, gar nicht

Hast Du an Nachbarschaftsaktionen teilgenommen?
Ja, sehr ausführlichJa, ein bisschenEher am RandNein, gar nicht

Hast Du am Kultur- & Musikprogramm teilgenommen?
Ja, sehr ausführlichJa, ein bisschenEher am RandNein, gar nicht

War die Information im Vorlauf zum Tag ausreichend?
Ja, ausreichendGenau richtigNein, zu wenig

Was hat Dir am Tag besonders gut gefallen?

Was hat Dir nicht gefallen / was ließe sich besser machen?

Was würdest Du gerne ändern für ein besseres Leben in Sülz (oder Deinen Stadtteil, wenn du woanders wohnst)?



Buttons, Beutel, Bierchen, Büchsen

Wer bezahlt eigentlich den Tag?

Einen Teil bekommen wir von der Stiftung Umwelt und Entwicklung und anderen Förderern wie der Bezirksvertretung Lindenthal, einen Teil von Sponsoren.

Was wir nicht machen? Standgebühren für Infostände und Nachbarschaftsaktionen. Jeder, der am Tag einen Tisch aufbauen möchte, soll das machen können, ohne zu zahlen, denn:

Der Tag des guten Lebens  ist eine Bühne für die ganze Stadt, unabhängig vom Geldbeutel!

Weil der Tag des guten Lebens dennoch mehr Geld kostet als wir über Stiftung und Sponsoren reinbekommen, trotzdem nochmal der Aufruf: Was kannst du für den Tag tun?

Hier die Übersicht über die „4 Bs“: „Buttons, Beutel, Bierchen, Büchsen“ weiterlesen