Was kostet das gute Leben?

Das Gute Leben selbst kann erstaunlich günstig sein. Ein Kaffee vor der Haustür, ein Schwätzchen mit Nachbarn, ein Spaziergang im Park, neue Klamotten von einer Kleidertauschparty. Und wer es schafft, das eigene Auto abzuschaffen, spart sogar.

Trotzdem kostet der Tag des guten Lebens Geld. Die meisten Kosten fallen dabei an, um Freiraum für die Aktionen zu schaffen und die Straßen am Tag frei von Autos zu bekommen: Für Umleitungsschilder, Absperrungen und professionelle Ordner.  Allein um die Absperrungen für den ‚Tag des guten Lebens‘ zu finanzieren benötigen wir circa 22.000 Euro. Vor allem die Sperrung der Brücke geht hier ins Geld – für Umleitungen und Ordner.

Aber auch darüber hinaus haben wir Kosten: Um Anwohner zu informieren, um Aktionen anzuregen und zu betreuen und um den Tag zu dokumentieren. Das Gute Leben kann einfach und erstaunlich günstig sein – aber der Weg dahin ist schwierig und kostet Geld!

Eine häufig gehörte Reaktion ist: Warum so viel?

Einige dieser Ausgaben hängen von offiziellen Auflagen ab – dem, was Ordnungsamt, Polizei und Feuerwehr als unabdingbar ansehen, um so einen Tag durchzuführen. Wir wollen hier professionell arbeiten: Die Halteverbotsschilder müssen rechtzeitig und am richtigen Ort stehen, es müssen ausreichend Sanitäter für Notfälle vor Ort sein, professionelle Ordner um den Verkehr an den großen Ein- und Ausgängen zu regeln, etc.

Hinter dem Tag steht eine unglaubliche Anzahl von Personen – die sich in der großen Mehrzahl ehrenamtlich engagieren: Ihre Nachbarn informieren und ansprechen, Treffen organisieren, Aktionen planen, mit Geld im Viertel einsammeln.

Um diese ehrenamtlichen zu unterstützen zahlen wir im Kernteam auch Honorare – anders lässt sich ein derart umfangreiches Projekt nicht dauerhaft und solide abwickeln, auch und insbesondere, was die umfangreiche Abstimmung mit den Behörden und Geldgebern angeht.

Ein paar zusätzliche Kosten haben wir dieses Jahr auch in diesem Bereich – weil wir dieses Jahr einen Aktionsraum haben, den wir Anwohnern und Interessenten zur Verfügung stellen, und weil wir im Vorfeld Aktionen intensiver betreuen.

Wie ist der Stand?

Für 2017 und 2018 haben wir erneut eine Förderung der „Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen“ bekommen. Zudem gibt es einen Zuschuss vom Umweltamt der Stadt Köln und Unterstützung von unseren Sponsoren. Hier beschränken wir uns auf Unternehmen, die sich konsequent ökologisch-sozial ausrichten – auch wenn hier die Werbebudgets deutlich kleiner sind.

Ganz reicht das nicht – weswegen wir versuchen, vor Ort und im Viertel über lokales Sponsoring, Benefiz-Veranstaltungen und Spenden das fehlende Geld zusammen zu bekommen.

Was heißt das für mich?

Du kannst als Teil des Projekts Verantwortung übernehmen – für Deinen Freiraum. Ein Halteverbotsschild zu besorgen, aufzustellen und wieder einzusammeln kostet 30 Euro. 10 Euro pro Parkplatz. Schenk Deiner Straße Freiraum. Oder schmeißt als WG oder Hausgemeinschaft zusammen.

Bei einem Straßenfest fallen diese Ausgaben auch an – wenn man es auf den Straßenraum umrechnet der nutzbar wird, ist der Tag sogar recht günstig. Dafür kümmern wir uns als Veranstalter um die Kommunikation mit Ordnungsamt, die Verwaltung der Gelder und vieles sonst an Organisation.

Wie kann man beitragen?

Am besten über unsere Online-Spendenkampagne – dort bekommst du auch Spendenquittungen direkt ausgestellt. Oder per Überweisung auf unser Konto (Inhaber ist unser Trägerverein, das Institut Cultura 21 e.V., IBAN: DE78430609674018971702, bei der GLS Bank, GENODEM1GLS).

Sich anderweitig engagieren

Wenn Du dich anderweitig für das Fundraising engagieren willst – wenn du sponsorn kannst, ein Benefiz-Event organisieren oder im Viertel Spenden & Sponsoren ansprechen möchtest – melde Dich gerne bei finanzen@agorakoeln.de, wir bringen Dich mit dem richtigen Ansprechpartner zusammen.

Wir schaffen das!

ps: Wen’s interessiert: Hier gibt es eine (etwas veraltetet aber ausführliche Übersicht über die Hintergründe beim Thema Finanzen).

Macht euch eure Utopie doch selbst!

Der “Tag des guten Lebens” pausiert in 2016 – als Agora Köln arbeiten wird trotzdem für den Wandel in Köln. Und begrüßen die zahlreichen Initiativen in der Stadt, die sich für mehr Freiraum und neue Mobilität in Köln einsetzen. Und freuen uns auf den ersten autofreien Sonntag im rechtsrheinischen Köln in 2017!

Dreimal hat die Agora Köln den “Tag des guten Lebens: Kölner Sonntag der Nachhaltigkeit” organisiert – und jeweils mehreren zehntausend Besuchern ermöglicht, Köln neu zu erleben. Ohne Autos, mit Freiraum für eigene Aktionen, mit mehr Ruhe und Muße, mit Zeit und Orten für den Austausch, mit mehr und sicherem Platz für Fuß- und Radverkehr.

2016 wird der Tag des guten Lebens eine “Atempause” einlegen. Denn anders als die autofreien Sonntage in anderen Städten, wie Hannover oder Paris, ist der Tag des guten Lebens nicht zentral von der Stadtverwaltung finanziert. Die Mittel müssen von uns als Verein beantragt und abgerechnet werden, hierbei gibt es Vorlaufzeiten und Risiken. Neben der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW als Hauptförderer sind wir hier auf die unzähligen Spender und Sponsoren aus den Stadtvierteln sowie die handfeste Unterstützung vieler Anwohner angewiesen. Nachdem die ersten drei Tage zeitlich knapp kalkuliert und geplant waren, wollen wir den nächsten Tag mit mehr Vorlauf und Ruhe angehen.

Die Pause beim Tag des guten Lebens hat noch einen anderen Vorteil: Wir haben mehr Zeit und Muße, uns um unsere politischen Anliegen zu kümmern. Denn der Tag des guten Lebens war immer nur Mittel zum Zweck: Er soll Veränderung in der Stadt anstoßen, eine Kultur des Wandels in den Stadtviertel fördern und die Wende zur klimagerechten Stadt einleiten. Das 10-Punkte-Konzept von RingFrei und das Radverkehrskonzept Innenstadt sind hier wichtige Schritte.

Den nächsten Tag des guten Lebens möchten wir, bei einer entsprechenden Förderzusage, als Agora Köln gemeinsam mit den bereits sehr engagierten Deutzer Vereinen und Organisationen 2017 angehen. Bereits für dieses Jahr plant das lokale Netzwerk „Deutz Dialog” als Vorbereitung ein „Tägchen des guten Lebens“ als Auftaktveranstaltung (am 27. August 2016) – um die Idee und Planungen im Viertel bekannt zu machen und Anwohner als Unterstützer zu mobilisieren.

Am 3. Juli 2016 werden Anwohner in Sülz zudem einen Tag der Nachbarschaft organisieren. Auf einer gesperrten Straße an der Kreuzung der Münstereifeler und der Sülzburgstraße sollen Anwohner Raum zum Austausch bekommen. Es gibt ein Mitbringbuffet, eine Kleiderstauschbörse, etc.

Die Mobilitätsgruppe der Agora Köln plant zudem eine Demonstration auf der gesperrten Zülpicher Straße. Ziel ist, hier dauerhaft eine autofreie, lebenswerte Zone zu schaffen und die Probleme in der Führung des Fuß- und Radverkehrs Richtung Zülpicher Platz endlich anzugehen.

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Wir freuen uns auf die oben genannten und viele andere Veranstaltungen, die für Wandel in der Stadt, mehr Freiraum, eine andere Mobilität und ein anderes Miteinander werben. Und natürlich auf einen tollen Tag des guten Lebens in Deutz – einem extrem lebendigen und spannenden Viertel. Einem Tag als Signal für eine andere, lebendige, menschengerechte, kreative und offene Stadt – egal auf welcher Seite des Flusses!

 

Kontakt:

Für Fragen zum “Tag des guten Lebens”:

Saskia Hintz, Agora Köln, Presse, presse@agorakoeln.de

Martin Herrndorf, Agora Köln, Finanzen, martin.herrndorf@agorakoeln.de

Für Fragen zum „Tag der Nachbarschaft”

Birgit Scherer, Deine Nachbarn aus Sülz, NachbarschaftSuelz@outlook.com

Für Fragen zu ‘Deutz Dialog’ und dem ‘Tägchen des guten Lebens’:

Olga Moldaver, Deutz Dialogtaegchen@deutz-dialog.de

 

Tag des guten Lebens 2015 – das Video!

Bunt und vielfältig ist der Tag des guten Lebens. Wie bunt und vielfältig, seht ihr hier im Video, mit Stimmen und Eindrücken vom Tag des guten Lebens 2015 in Köln-Sülz:

Lücke schließen? https://www.betterplace.org/p19514

Dank an alle Mitstreiter, Helfer, Aktive und Besucher! Ihr habt den Tag des guten Lebens möglich, bunt und lebendig gemacht.

Credits:

Redaktion: Saskia Hintz
Kamera, Schnitt, Grafik: Lukas Fabry
Zusätzliche Kamera: Samuel Simon

Musik:

Killa Dub, Rebreaked by Daan & kleinski (Originalversion von Adamski & Seal)
The Morningsong, produced by Triplet Tricks & kleinski
Crimsonblue
Lukas Fabry

Copyright AGORA KÖLN / Institut Cultura 21 e.V.
www.agorakoeln.de

Mit freundlicher Unterstützung des KoKreises Ehrenfeld der Agora Köln.

Wer organisiert den Tag des guten Lebens?

Der zweite ‚Tag des guten Lebens‘ in Köln-Ehrenfeld findet am Sonntag statt. Nur zur Frage, wer ihn denn organisiert, gab es in der lokalen Presse etwas Verwirrung. Eine Klarstellung.

Wer macht es?

Der Tag des guten Lebens 2014 in Köln-Ehrenfeld wird gemeinsam organisiert von einer Gruppe engagierter Bürger aus Köln-Ehrenfeld und der Agora Köln.

Was heißt das?

In der Ehrenfelder Nachbarschaftsgruppe haben sich nach dem Tag 2013 Anwohner zusammengeschlossen, die den Tag ein zweites Mal und ihrem Viertel erleben wollten. Sie sind als Privatpersonen ehrenamtlich mit viel Energie und Expertise tätig, stellen als Designer oder Logistiker ihr Know-How und als Geschäftsleute und Anwohner ihre Räumlichkeiten für größere und kleinere Treffen zur Verfügung.

Diese Gruppe organisiert den Tag gemeinsam mit der Agora Köln. Die Agora ist zum einem Netzwerk von mittlerweile 125 Organisationen, die den „Tag des guten Lebens“ ideell unterstützen und sich damit für mehr Bürgerbeteiligung, neue Mobilität und eine Nachhaltigkeits-Wende in Köln einsetzen. Als Initiator hat Davide Brocchi hat die Agora Köln im November 2012 zusammengerufen – die wichtigsten Entscheidungen trifft der vom Netzwerk gewählte Beirat, er tagt monatlich.

Die Projekte und Aktivitäten der Agora Köln werden von einer Hand voll engagierter Bürger getragen – aus ganz Köln, teils aus Ehrenfeld, teils aus Sülz, teils ehrenamtlich tätig, teils bezahlt, und die Bezahlten oft weit übers Honorar hinaus.

Der gemeinnützige Verein „Institut Cultura 21 e.V.“ in Berlin fungiert als juristischer Trägerverein für die Agora Köln und den Tag des guten Lebens – auf ihn laufen die Konten und Verträge, er ist offizieller Veranstalter des Tages.

Sülz, Ehrenfeld, Rückzug, Fokus?

Soweit, so gut. Etwas Verwirrung gab es in den letzten Tagen, als der StadtAnzeiger meldete, die Agora Köln habe sich aus Ehrenfeld zurückgezogen.

Nach dem erfolgreichen ersten „Tag des guten Lebens“ am 15. September 2013 hat die Agora Köln sich entschieden, den Tag nach Sülz zu tragen – gemäß dem Plan, den Tag jedes Jahr in ein neues Viertel zu bringen. Parallel dazu hat sich, vor, am und nach dem Tag selbst, eine Gruppe aus der Nachbarschaft in Ehrenfeld zusammengefunden, um zu überlegen, wie man den Tag nochmals organisieren kann.

Als Ergebnis dieser Überlegungen und Gespräche stand die Entscheidung, den Tag gemeinsam mit der Agora Köln zu organisieren – um Synergien mit Sülz zu nutzen und auf Erfahrung und Kontakte aus dem letzten Jahr zurückzugreifen. Gemeinsam haben Agora Köln und das Team aus der Nachbarschaft in Ehrenfeld den Tag organisiert – Nachbarn informiert, Nachbarschaftstreffen organisiert, Aktionen angeregt, mit Ordnungsamt und Politik kommuniziert, im Viertel Geld bei lokalen Geschäften, Spendern und über Benefiz-Events gesammelt, und darüber hinaus Fördergelder und Sponsoren akquiriert.

Der Tag kann stattfinden – als gemeinsames Projekt. Gemeinsam freuen wir uns darauf, einen Tag lang Nachbarschaft neu zu leben, Mobilität neu zu erfahren, Freiräume zu erkunden und auch einen politischen Schritt in Richtung einer lebendigen, lebenswerten Stadt zu machen, in der Bürger ihr Umfeld aktiv gestalten können.

Genießt den Tag!